Konzertreihe „Planet Jazz“ präsentiert das Martin Sasse Trio und Trompeter Dusko Goykovich. Entspannt und überzeugend.

Dusko Goykovich, Henning Gailing, Martin Sasse (v.l.) und Paul Hochstädter (nicht im Bild) spielten ein tolles Konzert. Foto: ElberfeldDüren. Der Mann an der Bühne genoss offensichtlich das Konzert im Foyer der Evangelischen zu Düren. Selbstvergessen lauschte er der Musik, spielte auf seinen Oberschenkeln einmal den Flügel, dann wieder ahmte er die Griffe auf dem Kontrabass nach, trommelte im Takt des Schlagzeugs. Die Trompetensoli formte er mit seinen Lippen. Er selbst spiele kein Instrument, erzählte er in der Pause, aber bei dieser Musik sei er immer ganz hin und weg.

Hans-Peter Salentin begeisterte seine Zuhörer im Café International der Evangelischen Gemeinde.Foto: FarberDer Jazz-Trompeter Hans Peter Salentin glänzt mit seinem Programm „Soundscape“ im Café International der Evangelischen Gemeinde zu Düren. Faszinierende musikalische Zwiegespräche und Improvisationen.

Düren. Dicht gedrängt saßen oder standen die Zuhörer im Café International der Evangelischen Gemeinde, um einen Meister seines Fachs, den Jazz-Trompeter Hans Peter Salentin, zu hören. Und wer keinen Platz im viel zu kleinen Saal bekommen hatte, hörte vom Hof aus den überwältigenden Klängen und der enormen Klangvielfalt zu.

Das Konzert war ein weiterer Höhepunkt in der Reihe „Planet Jazz“, die Henner Schmidt und Oliver Mark organisieren. Und die beiden hatten noch einen anderen Grund, das Konzert zu genießen. Die Sparkasse Düren unterstützt die Veranstalter, so dass bis Juni 2011 der Fortbestand der Reihe gesichert ist. Die Planungen laufen schon auf Hochtouren.

Nicht nur für Spezialisten: Jeff Lorber während seines Auftritts im Stadtpark. Foto: Oliver MarkDass ausgewachsene Jazzfans nach einem Konzert wie ein Blitz aus den Sitzen springen und applaudieren, als hätte ihnen gerade jemand das Leben gerettet, erlebt man nicht so oft. Doch Pianist Jeff Lorber und sein Quartett servierten am Samstagabend eine derart scharfe Fusionkost, dass man ihnen auf diese impulsive Art und Weise den anerkenneden Respekt zollte.

Warum nach London oder New York fahren, wenn es großartige Jazzmusik in toller Clubatmosphäre auch in Düren gibt? Am Samstagabend warteten gespannt über 100 Jazzfans im Stadtpark auf den Auftritt von „Jeff Lorber Fusion“. Es war ein in der Region selten gehörten Live-Erlebnis und eine tolle Releaseparty ihrer neuen CD "Now is the time". Das war pures Koffein für die Ohren, was die Westcoast-Elite in Sachen Instrumentalkunst und Energie ablieferte. Eine wunderbare Mischung aus Funk, Rhythm & Blues, Rock und elektrifiziertem Jazz. Der Fusionkönig Jeff Lorber war mit seiner Band und brandneuen Songs im Gepäck in Düren zu Gast.

Hans-Peter Salentin, Stephan Schneider, Rainer Wind und Walerie Kühl gaben eine Kostprobe ihres beeindruckenden Könnens im Café International. Foto: elfaPlanet Jazz Lounge Party mit Hans-Peter Salentin begeistert das Publikum.

Düren. Vergleiche mit Jazz-Legenden wie Miles Davis mögen vermessen klingen - bis man Hans-Peter Salentin live hat spielen hören. Wenn der gebürtige Mechernicher seine Trompete ansetzt ist das, als fände eine Symbiose statt, als suchte der menschliche Körper nach einem instrumentalen Ventil, um sich auszudrücken. Mit seinem Spiel nimmt Salentin seine Zuhörer ebenso gefangen wie Eltern es tun, wenn sie ihre Kinder abends mit spannenden Geschichten in neue Welten entführen.

Einen fantastischen Auftritt legte das deutsch-polnisch-belgische Quartett „Gadu Gadu“ in der Fabrik Becker & Funck hin. Mit verspielten Arrangements und virtuosen Improvisationen zogen sie die Zuhörer in ihren Bann. Foto: SchmitzDas Quartett Gadu Gadu demonstriert in der Fabrik Becker & Funck eindrucksvoll die Bandbreite des Jazz. Musik für die Beine.

Düren. Eine außergewöhnliche Jazzformation präsentierte Henner Schmidt als Veranstalter und Organisator der Reihe „Planet Jazz in Concert“ im Jazzkeller der Fabrik Becker & Funk. Was das deutsch-polnisch-belgische Quartett „Gadu Gadu“ unter der Leitung des in Aldenhoven lebenden Bassisten Adrian Maruszczyk mit den Musikern Sven Rossenbach (Sopransaxophon, Klarinette), Tuur Florizoone (Akkordeon) und Matthias Philipzen (Drums und Perkussion) bot, entpuppte sich als ein „Jazz-Juwel“.

Jasper Blom, Denis Gäbel, Hendrik Smock und Matthias Nowack (v.l.) begeisterten das Publikum im Café International mit ihren Duke-Ellington-Interpretationen. Foto: DietlDenis Gäbel, Jasper Blom, Hendrik Smock und Matthias Nowack begeistern im Rahmen der Konzertreihe „ Planet Jazz“

Düren. Klein, halbdunkel, wacklige Tische und Stühle, viele Besucher lehnen gedrängt an der Bar. Auf dem schmalen Podium liegen die Instrumente bereit: Einen Abend lang erschien das Café International der Evangelischen Gemeinde Düren wie der Inbegriff der berühmten New Yorker Jazz-Clubs.

Leichtfüßig und doch voller Intensität spielten Elandú im „Komm“-Zentrum. Foto: Andreas BongartzElandú begeistern im Dürener „Komm“-Zentrum

Düren. Kommunikation ist alles: Mit Blicken, Gesten oder auch mal Zurufen stimmen die fünf Musiker von Elandú ihr Spiel aufeinander ab. Dazwischen wird beim Konzert im Dürener „Komm“-Zentrum fröhlich improvisiert, ganz so wie es im Jazz üblich ist. Die Musik von Elandú ist aber mehr als Jazz.

Elandú –  das sind zunächst einmal fünf Musiker aus vier Ländern: Aus Peru, Deutschland, Brasilien und Chile stammen die Instrumentalisten um den Komponisten Daniel Manrique Smith. Kennengelernt haben sie sich an der Kölner Hochschule für Musik, ihr Bindeglied die gemeinsame Weltsprache des Jazz.

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