Jahr für Jahr versetzen die Dürener Jazztage ihr Publikum in Erregung. Am letzten Tag gibt's 20 Stunden Musik.
„Jazz ist nicht nur Bebop, Swing und Dixieland.Wir haben hier auch keinen antiquierten Jazz. Bei uns geht es um Gefühl und Herz, Musik und Spaß, in Düren wird der Begriff Jazz ausgedehnt!“ Wenn Niko Bellgardt über Jazz und seine Herkunft spricht, um damit zu den Dürener Jazztagen überzuleiten, schwingt Begeisterung in seiner Stimme mit. Gleichzeitig kämpft der Festivalkoordinator immer wieder mit dem Vorurteil, dass Jazz Musik für alte Leute sei, „es begegnet mir ständig, und mittlerweile kann ich nur noch müde darüber lächeln“, sagt er.
Kurz vorher noch ist es ein schelmisches Lächeln, da hat er Amüsantes über die Etymologie des Jazz verloren, es bedeute „wildes Kopulieren“, „das können Sie bei Wikipedia nachschauen“. In der freien Online-Enzyklopädie springen dem Leser dann auch wirklich die Schlagworte entgegen: „Tatkräftige Aktivität“, „Sexualverkehr“, „in Erregung versetzen“. Letzteres vermag die 20. Auflage der Dürener Jazztage sicherlich wieder mit Leichtigkeit zu tun. Von Sonntag, 8. August, bis Sonntag, 15. August, ist Düren wieder das Mekka des Jazz in der Euregio.
Auch in diesem Jahr kommt das Publikum voll auf seine Kosten, denn der Dürener Jazzclub bietet auf dem Rathausvorplatz und an verschiedenen Orten in der Stadt wieder erstklassigen Live-Jazz und Artverwandtes – und das wie jedes Jahr zum Nulltarif.
Einzig die Jazzparade fällt aus, dafür gibt's mehr Programm. „Wir bieten am letzten Tag 20 Stunden Live-Musik“, betont Bellgardt. „Streetparade in the City“, das steht bei den Dürener Jazztagen 2010 auf dem Programm, für 2011 plant der Jazzclub an neuen Projekten, dann soll auch für die Aktiven aus Düren, die sich bisher an der Jazzparade beteiligt haben, die Möglichkeit zum Mitmachen geschaffen werden.
Quelle: Deine Zeit vom Aachener Zeitungsverlag geschrieben von Doris Kinkel-Schlachter
