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Euregio jazzt jetzt gemeinsam |
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Aachener Nachrichten vom Mittwoch den 19. März 2002
Neun Jazz Clubs setzten sich für mehr und bessere Konzerte ein
Von Nachrichten-Mitarbeiter Marco Rose
Aachen. Getreu dem Motto „Gemeinsam ist man stark" haben sich jetzt neun Jazzvereine aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden zu einer Arbeitsgemeinschaft namens „Euregiojazz ARGE" zusammen geschlossen.
Von der Kooperation erhoffen sich die Vereine eine deutliche Verbesserung des Jazz-Angebots. An der Arbeitsgemeinschaft beteiligen sich zunächst der Aachener Jazzverein, der Dürener Jazzclub, „KOMM Düren", die Jazzclubs Eschweiler und Jülich, „Jazz & More" aus Würselen, „Stichting Jazz Club Vaals", „Stichting Carnaval du Jazz" aus Heerlen sowie „Cercle du Hot Jazz Verviers", der älteste Jazzverein Belgiens. Insgesamt repräsentieren die Vereine über 700 jazzbegeisterte Mitglieder. Noch offen ist, ob der Zusammenschluss in einem zweiten Schritt später zur Gründung eines eingetragenen Vereins führen wird. Bei regelmäßigen Treffen wollen die Vereinsoberen künftig nicht nur grenzüberschreitende Kontakte pflegen, sondern ihre Jazzangebote besser koordinieren. „Jazz ist immer ein Zuschussgeschäft, deshalb wird er in der Region mittlerweile fast ausschließlich durch nicht kommerzielle Vereine angeboten", erklärt Fred Quarten, Vorsitzender des Aachener Jazzvereins.
Warum solle man also nicht die zahlreichen Aktivitäten der Vereine bündeln und gemeinsam organisieren? Diesen Gedanken habe man schon lange gehegt, bis es zu einem ersten Treffen im September des vergangenen Jahres gekommen sei, sagt Quarten.
„Jetzt sind wir in der Lage, auch überregional bekannte Jazz-Größen für Konzerte gewinnen zu können", hofft er. Die großen Namen wolle man künftig im Paket einkaufen, so dass auch die kleineren Vereine von der Zusammenarbeit profitierten. Jazz solle auf diesem Weg wieder einen deutlich höheren Stellenwert im regionalen Kulturangebot erhalten, so Quarten. Die seit Jahresbeginn geänderten Vorschriften zur Besteuerung ausländischer Künstler würden daneben zu einer weiteren Belebung der Konzertlandschaft führen, meint Niko Bellgardt vomDürener Jazzclub. „Die enormen Steuern haben nicht nur internationale Rock- und Popstars vergrault, sondern auch die Kleinen hart getroffen", sagt er. Anstatt 500 Euro Gage habe man letztendlich inklusive der Steuer über 800 zahlen müssen. Dank geänderter Freibeträge habe diese ruinöse Praxis nun jedoch ein Ende.
Überblick über Konzerte
Eine professionelle Internetpräsenz soll künftig den Überblick über alle Konzertangebote der Region erleichtern, so Bellgardt. Der Zukunft sieht man nun allenthalben mit Spannung entgegen. Als erstes gemeinsames Projekt wird ab dem 21. Mai eine Euregio-Jazzwoche stattfinden. Zunächst wolle man sich erst einmal über die sprachlichen Barrieren hinweg kennen lernen, meint Rene Dutronoit aus Verviers. „Eigentlich wissen wir nämlich viel weniger voneinander als viele zunächst dachten", sagt er. So erhoffe man sich von der Arbeitsgemeinschaft auch einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines gemeinsamen euregionalen Bewusstseins.
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