Aachener Nachrichten Samstag, den 23.März 2002
Grenzüberschreitende Kooperation der Vereine und Initiativen hat begonnen - große Synergiepotenziale
In allen Teilregionen der Euregio gibt es Initiativen und Vereine, die sich der Förderung der Jazzmusik in ihren verschiedenen Formen verschrieben haben. Die meisten dieser Initiativen arbeiten auf einer nichtkommerziellen ehrenamtlichen Basis, und das heißt bekanntlich: mit begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen. Dennoch haben sich an verschiedenen Orten der Euregio Veranstalter und Veranstaltungsreihen etabliert, die regelmäßig attraktive Jazz-Programme anbieten. Um die Qualität der Programme und die Effizienz der Arbeit weiter zu steigern, streben verschiedene Jazzinitiativen nun eine regionale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit an.
Breite Beteiligung aus der Euregio
Nach einem ersten, im September vom Jazzverein Aachen im Aachener Jakobshof veranstalteten Treffen ging alles sehr schnell: Im Oktober folgte eine zweite Zusammenkunft in Düren, und als man sich Ende November in Verviers zum dritten Mal traf, herrschte bereits Einvernehmen über einen möglichst raschen Zusammenschluß in einem euregionalen Dachverband. Mit von der Partie waren zu diesem Zeitpunkt u.a. bereits Vertreter des Dürener Jazzclubs, des Jazzvereins Aachen, des Jazzclubs Julien, des Jazzclubs Vaals, des Cercle du Jazz hot de Verviers, des Eschweiler Jazzclubs und des Oude Stijle Jazzclubs aus Heerlen. Die Teilnehmer der ersten Treffen verabredeten, weitere Vereine und Initiativen über die geplante Zusamenarbeit zu informieren und zur Beteiligung einzuladen.
Die Palette der Möglichkeiten, Kräfte zu bündeln und Aktivitäten zu koordinieren, ist ansehnlich. Ein leidiges Thema ist zum Beispiel die sogenannte "Ausländersteuer", die die Auftritte ausländischer Künstler übermäßig verteuert und es für kleine Ver-anstalter schwierig macht, Künstler aus dem jeweiligen Nachbarland einzuladen. Gemeinsam, so die Vertreter der Jazzinitiativen, könne man gegen diese Regelungen wirksamen Druck entfalten und gegebenfalls mit der Politik auch über Ausnahmen für den kleinen Grenzverkehr sprechen. Von Seiten der Bundesregierung ist eine Senkung dieser Steuer bzw. die Einführung einer Bagatell-Freigrenze erst für 2002 vorgesehen.
Koordination der Termine
Darüber hinaus wurde während der ersten Treffen bereits eine Vielzahl von Kooperationsmöglichkeiten genannt. So will man durch eine Koordination der Veranstaltungstermine die in der Vergangenheit bisweilen auftretenden Überschneidungen künftig vermeiden. Statt solche Überschneidungen hinzunehmen, so wurde angeregt, solle man eher gegenseitige Veranstaltungbesuche organisieren; dies würde gleichzeitig die Publikumsfrequenz für die einzelnen Konzerte stärken. Angesprochen wurde auch die Möglichkeit, künftig im Verbund größere euregionale Veranstaltungen durchzuführen. Neben dem allgemeinen Austausch von Informationen über Jazzbands sollen Kombiverpflichtungen bzw. die damit verbundenen Mehrfachauftritte der Künstler die Kosten für Einzelveranstalter senken.
Gemeinsame PR-Maßnahmen
Angesichts des finanziellen und logistischen Aufwandes, den kleine Initiativen im PR-Bereich leisten, wurde angeregt, das Marketing durch gemeinsame PR-Massnahmen effizienter und zudem kostengünstiger zu gestalten. Denkbar wäre hier die Herausgabe einer professionell gestalteten regelmäßigen Programmzeitschrift und eine entsprechend wirksame Intemetpräsenz.
Weitgehende Einigkeit herrschte hinsichtlich der Notwendigkeit, den euregionalen Jazz-Nachwuchs, etwa durch verbesserte Auftrittsmöglichkeiten, wirksamer zu fördern. In diesem Sinne wurde außerdem angeregt, über die Einrichtung einen euregionalen Jazz-Preises nachzudenken.
Insgesamt, dies wurde bereits während der ersten Treffen deutlich, dürfte eine systematische Zusammenarbeit für die beteiligten Initiativen, das Jazzpublikum und die Musiker echten und handfesten Mehrwert bringen. Laufen die begonnenen schon bald gegründet sein.Gespräche im bisherigen Tempo weiter, wird der Dachverband "Euregio Jazz", voraussichtlich in Form eines Vereins, wohl schon bald gegründet sein.
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