aus den Jülicher Nachrichten vom 24.05.2002
Organisationstalent und Jazz-Liebhaber
Jülich (an-o). Es ist gar nicht so einfach, bis zu Reinhold Wagner vor zu dringen: Anmeldeformular ausfüllen, Besucherausweis ans Hemd heften, schließlich telefonisch angekündigt werden - nach einem prüfenden Blick vom Pförtner darf der Besucher dann endlich auf das Gelände des Forschungszentrums Jülich.
Denn der Vorsitzende des Jazzclubs Jülich ist im Hauptberuf eben dort zuständig für den Technologietransfer. Und das ist auch gut so, denn dort hat der begeisterte Musikfan "gelernt zu managen und zu organisieren". Fähigkeiten die vor allem jetzt, so kurz vor dem Start der diesjährigen, der sechsten, Zitadellen-Jazznacht, besonders gefragt sind. Seit sieben Jahren schon ist Reinhold Wagner Vorsitzender des von ihm mitgegründeten Clubs.
Routiniert nervös
Zum sechsten Mal ist er für die praktische Seite, die Organisation eben, des Jülicher Jazzfestivals verantwortlich. Doch bei aller Routine, "so kurz vorher wird man immer ein wenig müde und nervös", gibt Wagner zu. Müde, nervös - Attribute die zu dem engagierten Jazzliebhaber nicht so recht passen wollen. In ihrem sechsten Jahr bietet die Jazznacht mit Paul Kuhn Jazzfreunden einen besonderen Ohrenschmaus. Dennoch, Wagners - des Jazzclubs - Hauptanliegen ist es, jungen Nachwuchsmusikern, unbekannten Profimusikern und immer mal wieder auch Amateurbands ein Forum zu bieten, die Gelegenheit für Auftritte zu schaffen. Überlegungen wie diese führten dazu, dass vor sieben Jahren Hobbymusiker Wagner und einige Mitstreiter den Jazzclub Jülich e.V. aus der Taufe hoben. Posaunist Wagner ist stolz auf das, was der Club erreicht hat: "Wir haben guten Erfolg, ein Renommee bei den Leuten und es gibt ordnerweise Bewerbungen für Auftritte."
Arbeit im Team
Solchermaßen gestärkt ist der Vorsitzende denn auch gerne bereit, noch länger im Amt zu bleiben: "Ich mache das, solange die anderen mich noch wollen." "Aber", und darauf legt Reinhold Wagner besonderen Wert, "ich bin nicht der Jazzclub. Ohne Schriftführer, Kassierer und den übrigen Vorstand würde es uns schon längst nicht mehr geben." Ohne Wagner allerdings würde es wohl auch den Jazzclub nicht geben. Denn wenn er auch bescheiden meint, seine Aufgabe sei eben die praktische und organisatorische Seite, dann ist schnell klar, dass ohne das lang geübte Organisationstalent seines Vorsitzenden auf die übrigen Clubmitglieder eine Menge zusätzlicher Arbeit wartete.
Eine eigene Band
Folglich wird Wagner weiterhin wenig Zeit für seine eigenen Bands (mit einer spielt der Posaunist am Sonntag übrigens auf dem Stadtfest), seine Frau und den Enkel bleiben. Es sei denn.... "Ich arbeite ja auf die Rente hin", verrät Wagner und muss lachen.
Britta Sylvester
Weitere Informationen: Mittlerweile ist er Ehrenvorsitzender des Vereins auf Lebenszeit
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